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News & Blog

Di

14

Feb

2012

Elvira Bach u.a. in der Darmstädter Kunsthalle

Aus: Mainspitze.de vom 14.02.2012

 

Ausstellung "Schlachtpunk" in Darmstadt widmet sich der Malerei der 80er

 

14.02.2012

 

 

Von Christian Huther

 

Auf Walter Dahns und Jirí Georg Dokoupils zweiteiligem „Paravent“ - hier ein Ausschnitt - verspeisen kopflose Menschen einen menschlichen Kopf: Ein ironischer Seitenhieb gegen kopflastige, intellektuell verstiegene Konzeptkunst. Foto Kunsthalle Darmstadt:

 

Auf Walter Dahns und Jirí Georg Dokoupils zweiteiligem „Paravent“ - hier ein Ausschnitt - verspeisen kopflose Menschen einen menschlichen Kopf: Ein ironischer Seitenhieb gegen kopflastige, intellektuell verstiegene Konzeptkunst. Foto Kunsthalle Darmstadt:

 

DARMSTADT Ein eigenartiges Adventsbild: In einem riesigen menschlichen Mund steht ein Kind mit Heiligenschein und hat einen just ausgerissenen Zahn in der Hand. Der Schmerz ist als Blitz symbolisiert und steigt zu einem Stern auf. Aller Glaube ist nur Kinderkram, scheint uns Peter Angermann sagen zu wollen. Das Gemälde entstand 1981 - die "No-Future-Generation" machte sich lautstark bemerkbar, die Punks mit schrillem Outfit und greller Musik. Auch die bildende Kunst wurde infiziert: Die "Neuen Wilden" traten auf den Plan mit ihrer neo-expressiven Malerei.

 

Heute sind die einstigen Verweigerer längst vom Kunstbetrieb geschluckt. Einen guten Rückblick auf die kühne Malerei der 80er bietet jetzt die Darmstädter Kunsthalle. Sie konnte sich beim dortigen Landesmuseum bedienen, das 177 Werke von 73 Künstlern aus dieser Zeit besitzt, die "Sammlung Tiefe Blicke". Sie ist seit 1984 als Dauerleihgabe eines badischen Sammlers im Haus, war aber kaum zu sehen. Das Museum ist seit 2007 wegen Sanierung geschlossen - noch bis Ende 2013. Die Schau versammelt zwar mit 40 Bildern nur ein Viertel der Kollektion, macht aber dank kluger Hängung die 80er wieder lebendig. "Schlachtpunk", so der Ausstellungstitel, zeigt ein regelrechtes Schlachtfest traditioneller Bilder.

 

Glühend rote Körper

 

Im großen Saal trumpft Elvira Bach mit ihrer "Deutsch-Dominikanischen Freundschaft" von 1982 auf. Eng aneinander geschmiegt ist ein Pärchen: Eine weiße Frau hat sich einen dunkelhäutigen Lover gesucht. Die scharfzackigen Körper sind glühend rot umrandet, so dass Eisblöcke und Schneemänner dahinschmelzen. Und Helmut Middendorfs "Singer III" von 1981 zeigt die Nähe zur Punkmusik mit einem ekstatisch sich verrenkenden Sänger. Das Bauchgefühl war wichtiger als die Grübelei der Konzeptkunst. "Nichts ist wahr, alles ist erlaubt", lautete eine Parole der Zeit. Neben diesen Kraftmeiereien mit heftigen Pinselgesten, grellen Farben und schrillen Motiven gab es auch die subtiler vorgehenden Spötter. Martin Kippenberger (1953-97) etwa sah ein Auto im Schnee, auf das jemand "Kein Capri" geschrieben hatte. Kippenberger fotografierte die Szene und nahm sie als Vorlage für ein Gemälde. Tatsächlich handelt es sich nicht um das flotte Capri-Sportcoupé, sondern um einen behäbigen Ford 17 M.

 

Dieses Spiel mit Illusion ist geläufig seit René Magrittes berühmtem Bild einer Pfeife, das er 1929 mit der Erklärung versah, dass es eben keine Pfeife sei. Schließlich haben Walter Dahn und Jirí Georg Dokoupil 1980 einen simplen "Paravent" aus zwei Leinwänden geschaffen. Zu sehen sind im Graffiti-Stil zwei kopflose Menschen, die genüsslich einen menschlichen Kopf verspeisen. Die Botschaft ist klar: Mit den ewigen Kopfgeburten in der Kunst ist ab sofort Schluss!

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Sa

04

Feb

2012

Christo-Fotografien dürfen nicht verbreitet werden

Aus Monopol-Magazin Online

 

Kunstticker

 

 

Agentur darf Bilder von Christo-Werken nicht verbreiten

 

Der amerikanische Verhüllungskünstler Christo hat sich in einem Urheberrechtsstreit mit einer Fotoagentur durchgesetzt.

 

27.09.2011

 

 

Das Berliner Landgericht untersagte am Dienstag der Agentur, ohne Lizenz Fotos von Kunstwerken Christos und dessen 2009 gestorbener Frau Jeanne-Claude zu verbreiten. Die Richter billigten Christo in ihrem Urteil einen urheberrechtlichen Unterlassungsanspruch zu.

 

In dem Rechtsstreit ging es auch um Fotos des Reichstagsgebäudes in Berlin, das Christo und Jeanne-Claude 1995 verhüllten. Die Kunstaktion dauerte damals zwei Wochen. Ein Recht der Fotoagentur zur Berichterstattung über die Kunstaktionen ergebe sich weder aus dem Urheberrecht noch aus dem Grundrecht der Pressefreiheit, urteilte die 16. Zivilkammer (Az.: 16 O 484/10).

 

Nach Gerichtsangaben bietet die Agentur gewerblichen Nutzern kommerzielle Fotos an. Kunden können das Angebot auf der Webseite der Firma recherchieren, ansehen und herunterladen.

 

Christo hatte die Agentur verklagt, weil Fotos seiner Werke ohne seine Einwilligung verbreitet worden seien, und auch Schadenersatz verlangt. Darüber will die Kammer aber erst entscheiden, wenn konkrete Zahlen zu entgangenen Geldern vorliegen.

 

Vor fast zehn Jahren hatten Christo und Jeanne-Claude auch einen Streit mit einem Postkartenverlag für sich entscheiden können. Der Verlag hatte Postkarten mit verschiedenen Motiven des verhüllten Reichstags verkauft. Der Bundesgerichtshof urteilte Anfang 2002 in letzter Instanz, dass dies ohne Lizenz der Künstler nicht zulässig war. In dem Urteil spielte es eine entscheidende Rolle, dass das Kunstprojekt eine zeitlich befristete Präsentation war und kein in der Öffentlichkeit bleibendes Werk.

 

Mit der Verhüllung des Berliner Reichstags hatte das Künstlerpaar weltweit Furore gemacht. Die Aktion galt als ihr Meisterwerk. Sie war durch den Verkauf von Abbildungen der Modelle und von Bildern des verhüllten Reichstags finanziert worden. Jüngstes Projekt des 76 Jahre alten Künstlers ist die seit Jahren geplante Verhüllung eines Abschnitts des Arkansas River im US-Bundesstaat Colorado. Nach dem Tod seiner Frau arbeitet Christo nun allein an dem Spektakel. (dpa)

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Di

10

Jan

2012

Alex Katz "Der perfekte Augenblick", Ausstellung im Museum Ostwall

Aus Museum Ostwall

Vorschau: Ausstellung ALEX KATZ: DER PERFEKTE AUGENBLICK (Museum Ostwall)

 

 

"Perfekte Augenblicke" – Alex Katz hält sie in seinen Bildern fest. Ob Landschaft oder Portrait, immer geht es dem Künstler darum, ein eindringliches Motiv, einen Moment der Schönheit festzuhalten. "Images are made of light" – "Bilder sind aus Licht gemacht", sagt Alex Katz, und so fängt er in seinen Landschaften und Seebildern die wenigen Minuten perfekten Lichts, das eigentümliche Leuchten der Farben ein. In mehreren Schritten von der Ölskizze über Zeichnungen zum Gemälde oder zur Druckgrafik verdichtet Katz den Kern des perfekten Augenblicks.

Auch die Portraits halten Momentaufnahmen für die Ewigkeit fest: Zeitlos schöne Menschen, gekleidet im Stil der 1960er, 1980er oder 2000er Jahre, manchmal an Comiczeichnungen erinnernd, ein andermal wie eine Grossaufnahme in einem Hollywoodfilm. Katz malt keine Individuen – seine Portraits sind Symbole. So ist seine Frau Ada für ihn Inbegriff der amerikanischen Frau schlechthin; weniger als um die Darstellung ihres Wesens geht es um ihr Big Red Smile.

Die rund 170 Kunstwerke umfassende Ausstellung zeigt Druckgrafiken, Cutouts und von Katz illustrierte Gedichtbände aus der Albertina Wien; ausserdem Gemälde aus der Kunsthalle Würth, der Sammlung Brandhorst und der Galerie Ropac.

Die Ausstellung wurde organisiert in Kooperation mit der ALBERTINA, Wien.


Eröffnung: Fr. 20.01.2012, 19 Uhr, Foyer (Eintritt frei)
Laufzeit: 
21. Januar bis 9. April 2012
Ort: 6. Etage

Kuratiert von: Dr. Nicole Grothe
Weitere Informationen: www.museumostwall.dortmund.de

Eintritt: 5,00 € (ermäßigt 2,50 Euro)
Kombiticket Alex Katz und MO-Sammlung: 8,00 € (ermäßigt 4,- Euro)

 

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Sa

31

Dez

2011

Andy Warhol schlägt US-Börsenbarometer

Aus: www.cash.ch

 

Andy Warhol schlägt den S&P 500

 

31.12.2011 07:08

 

Kunstwerke von Damien Hirst und Andy Warhol haben sich über die letzten zehn Jahre im Wert besser entwickelt als die Aktien im US-Börsenbarometer Standard & Poor's 500.

 

Das zeigt ein neuer Index, den die Artnet entwickelt hat, um die Performance von Kunst als Anlageklasse abzubilden.

 

Seit 2002 haben sich die Preise für Hirst-Werke fast verdreifacht. Im Verlauf hatten sie sich bis 2007 sogar verfünffacht. Seither sind sie im Wert gefallen, wie ein Schaubild von Artnet zeigt. Bei Warhol war die Wertentwicklung besser: Die Preise haben sich vervierfacht und erreichten dieses Jahr fast wieder die Spitzenwerte des Jahres 2007. Der S&P 500 dagegen hat in den zehn Jahren etwa sieben Prozent zugelegt.

 

Kunst als alternative Anlageklasse gewinnt an Boden. Viele neue Sammler kommen aus der Finanzbranche und aus den Schwellenländern, wie Hans Neuendorf, der Vorstandsvorsitzende von Artnet in einem Interview in Berlin berichtet. Der neue Index soll den Investoren helfen, Wertentwicklungen zu vergleichen. "Kunst-Investments werden dadurch viel verlässlicher", sagte Neuendorf.

 

Boom am Kunstmarkt hat sich fortgesetzt

 

Kunst sei in den letzten zehn Jahren ein gutes Investment gewesen, aber es gebe große Unterschiede in der Preisentwicklung zwischen einzelnen Künstlern. Es sei interessanter einzelne Künstler genauer zu betrachten, so wie auch Segmente des Aktienmarkts oder einzelne Unternehmen untersucht würden, erläuterte Neuendorf.

 

Während dieses Jahr die Kurse an den Aktien- und Anleihemärkten gesunken sind, hat sich der Boom am Kunstmarkt fortgesetzt. Nach Berechnungen von Bloomberg ist der Umsatz bei den großen Auktionen zeitgenössischer Kunst von Sotheby's und Christie's International um 35 Prozent gestiegen. Neue Käufer aus den USA, Russland, Asien und dem Nahen Osten haben die Gebote hoch getrieben. Für Werke von Roy Lichtenstein, L.S. Lowry, Clyfford Still und Gerhard Richter wurden Rekordpreise erzielt.

 

"Es gibt mehr und mehr Sammler und die Leute werden mehr und mehr für Kunst bezahlen", sagte Neuendorf. "Kunst als Anlageform ist erst in den letzten Jahren entdeckt worden."

 

Der Index von Artnet, der die 50 führenden zeitgenössischen Künstler umfasst, hat sich in den vergangenen zehn Jahren mehr als verdreifacht. Bei Hirst war die Entwicklung nicht so gut. Daten von Artnet zufolge lagen die Verkaufspreise im Spitzenjahr 2007 bei durchschnittlich 901.214 Dollar. Im Jahr darauf, am 15. September 2008, erzielte seine Auktion "Beautiful Inside My Head For Ever" Erlöse von 126,6 Mill. Dollar, einschließlich der Auktionsgebühren. Es war genau der Tag, an dem die US- Investmentbank Lehman Brothers Bankrott ging.

 

"Es gibt genug Geld für Kunst"

 

Thomas Galbraith, Leiter der Analyse bei Artnet, denkt daran, die Daten noch weiter zu verfeinern, so dass Investoren auch die Wertentwicklung unterschiedlicher Bilder eines Künstlers vergleichen können. Dann ließen sich beispielsweise die Elvis-Bilder von Warhol mit den Marilyns vergleichen, erläutert er.

 

Der 74-jährige Neuendorf, der 1967 die Kunstmesse Art Cologne mit gründete, hält die derzeitigen Preise nicht für unhaltbar, selbst wo sie "irrsinnig" seien. Mit Blasen an Märkten hat er Erfahrungen gesammelt, seit er Artnet durch den Kollaps an der Frankfurter Technologiebörse Neuer Markt steuerte.

 

"Die Banken sind jetzt gerettet und die Leute, die einige Millionen verdienen, werden auch weiterhin Millionen verdienen und das sind oft auch die Leute, die Kunst zu hohen Preisen kaufen", sagte Neuendorf.

 

"Es gibt genug Geld für Kunst, und es gibt viel Geld, das herum schwappt und nach Anlagemöglichkeiten sucht", sagte Neuendorf. Der absolute Wert und die Qualität eines Kunstwerks spielten keine Rolle, nur der relative Wert. "Es ist ein Wettstreit zwischen Leuten, die Kunst als Statussymbol betrachten."

 

Das Auktionsgeschäft wachst

 

Artnet betreibt eine Internetseite, die zum einen eine Datenbank mit den auf Auktionen erzielten Preisen für Kunstwerke umfasst und zum anderen eine Plattform für Online-Auktionen. Das Online-Auktionsgeschäft habe 2010 um 25 Prozent zugelegt und dürfte weiter wachsen, sagte Neuendorf.

 

Der höchste Preis, der bislang auf einer Online-Auktion von Artnet erzielt wurde, waren 1,3 Mill. Dollar für einen Warhol. Der Durchschnittspreis pro Kunstwerk liegt Neuendorf zufolge bei rund 10'000 Dollar.

 

"Die Leute wollen Kunst online kaufen, weil es schnell und einfach ist und weil die Transaktionskosten sehr niedrig sind", sagt Neuendorf. Das Auktionsgeschäft wachse sehr schnell und das werde so weitergehen. Vertrauen aufzubauen brauche jedoch etwas Zeit. "Andere Auktionshäuser haben 250 Jahre gebraucht, bis sie etabliert waren, bei uns dauert es vielleicht zehn Jahre", sagte Neuendorf.

 

(Bloomberg)

 

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Di

20

Dez

2011

Hannelore Kraft ehrt Heinz Mack

Aus: RP-Online vom 20.12.2011

 

Düsseldorf

 

Hannelore Kraft ehrt Heinz Mack

 

VON BERTRAM MÜLLER - zuletzt aktualisiert: 08.12.2011 - 02:30 Düsseldorf (RP). Der 80-jährige Mön- chengladbacher Künstler Heinz Mack, der Ende der 1950er Jahre in Düsseldorf mit Otto Piene und Günther Uecker zu den Gründern der einflussreichen Zero-Gruppe zählte, genießt es, die Ernte seiner Arbeit einzufahren. Gerade erst war er aus Hongkong zurückgekehrt, wo ihn eine Galerie mit Bildern und Skulpturen aus mehr als fünf Jahrzehnten vorstellt, da erwartete ihn bereits die nächste Ehrung. NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) zeichnete ihn gestern in der Düsseldorfer Staatskanzlei mit dem Großen Verdienstkreuz mit Stern aus.

 

Die Ministerpräsidentin rühmte ihm in ihrer Laudatio nach: "Noch immer wirkt er mit viel visionärer Kraft als Bildhauer, Objekt- und Lichtkünstler, Bühnenbildner und Maler. Nicht umsonst ist er jungen Künstlerinnen und Künstlern bis heute Wegweiser zu neuen Erkenntnissen und Einsichten. Welch ein grenzüberschreitendes Lebenswerk wird hier geehrt!"

 

Und was bedeutet ihm solches Lob, eine solche staatliche Ehrung? Sehr viel, erklärte er im Gespräch mit unserer Zeitung, denn er fühle sich durch die Auszeichnung in seiner Würde bestätigt - auch in seiner Würde als Deutscher. Dabei habe er "ein ganz normales bürgerliches Selbstverständnis".

 

Heinz Mack ist viel in der Welt unterwegs und weiß, dass auch mehr als 60 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs Deutsche noch immer nicht überall in offene Arme laufen. Er selbst - der im Krieg seinen Vater verlor - habe "eine ganze Weile gebraucht, um mich wieder als Deutschen zu erkennen". Nach der "existenziellen Irritation" durch die Zeit des Nationalsozialismus sollte die künstlerische Bewegung "Zero" einen neuen Anfang bilden. Freiheit war nun das Leitwort; ein Begriff, der dem Sprachgebrauch der Deutschen lange Zeit entzogen war. Mack sieht sich auch dem Staat eng verpflichtet, der diesen Wert repräsentiert: der Bundesrepublik Deutschland. "Auch in Hongkong", so ergänzt er, "vergesse ich zu keiner Zeit, dass ich ein Deutscher bin."

 

Hannelore Kraft, die neben Heinz Mack 15 weitere verdiente Bürgerinnen und Bürger auszeichnete, berief sich in der Feierstunde auf einen Ausspruch von Bundespräsident Theodor Heuss, der den Bundesverdienstorden vor 60 Jahren stiftete mit der Begründung: "Der Staat muss auch danken können." Der Staat in Gestalt des Landes Nordrhein-Westfalen jedenfalls – dies zeigte die würdige Feier – hat das Danken noch nicht verlernt.

Weitere Auszeichnungen Der Bundesverdienstorden ging in unterschiedlicher Ausführung auch an folgende Personen: Guido Baranowski (Fröndenberg), Hans-Georg Bender (Meerbusch), Bernhard Blaschke (Horn-Bad Meinberg), Manfred Bogen (Mülheim/Ruhr), Hermann Brück (Münster), Annelie Fabry (Coesfeld), Karin Hehner-Rügge (Lemgo), Elvira Kammann (Uedem), Wolf-Rainer Kieker (Rees), Sigrid Platte (Dortmund), Thomas Rempen (Drensteinfurt), Sieghardt Rometsch (Düsseldorf), Marlene Schroer (Mönchengladbach), Erika Theißen und Gabi Walter (beide Köln).

 

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So

11

Dez

2011

Heinz Mack "Die Sprache meiner Hand" 17.2.2012 - 25.03.2012 Tuttlingen

HEINZ MACK - DIE SPACHE MEINER HAND                        

 

                                                                             

Galerie der Stadt Tuttlingen

 

17. Feb. bis 25. März 2012

 

Heinz Mack (Jahrgang 1931), international bekannt als Pionier der Licht-Kunst und Mitbegründer der avantgardistischen Künstlergruppe ZERO (1957-1966), steht gemeinsam mit Otto Piene am Anfang einer ganzen Kunstrichtung, die sich mit Licht, Raum, Zeit, Bewegung, Energie und serieller Struktur beschäftigt.

 

 

Sein uneingeschränktes Interesse an reiner Schönheit und Harmonie vereint Technik, Natur und Kunst gestalterisch zu einem großen elementaren Ganzen, das alle künstlerischen Ausdrucksweisen und Projekte an außergewöhnlichen Orten wie der Sandwüste Sahara und dem Arktischen Eismeer umfasst. Am Beispiel der Zeichnung gibt die Tuttlinger Ausstellung einen Überblick über das Schaffen des Künstlers von den Anfängen der 50er Jahre bis heute. Die große Bedeutung dieses Mediums als Grundlage und "Grammatik seiner Kunst" wird in seiner ganzen Vielseitigkeit herausgestellt.

Macks Zeichnungen folgen als Sprache den Bewegungen seiner Hand, ihrem Duktus, ihrem Rhythmus, und mehr oder minder unbewußt seinen Empfindungen: "Zeichnungen sind quasi seismographische Diagramme unserer inneren Erregung und Emotion" (Heinz Mack).

 

 

Details zur Spielstätte:

 

Galerie der Stadt Tuttlingen

 

Rathausstraße 7, D-78532 Tuttlingen

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Do

01

Dez

2011

Ren Rong "Pflanzenmenschen" in der Galerie Hoffmann, Wiedenbrück

Aus: Die Glocke Online

 

Nicht jeder, der die Zähne zeigt, lächelt

 

 

 

Künstlerischer Grenzgänger: Ren Rong stellt in der Wiedenbrücker Galerie Hoffmann aus.

 

 

Rheda-Wiedenbrück (dop) - Da wächst was heran, in der Wiedenbrücker Galerie Hoffmann: raumgreifende Hybride aus kalligraphischen Chiffren und floralen Formen, aus Figur und Ornament. "Pflanzenmenschen" nennt der aus Nanjing stammende, in Bonn und Peking arbeitende Ren Rong seine Schöpfungen.

 

 

Ab Sonntag, 27. November, stellt der Künstler sie unter dem Titel "Contemporary Art" als Bild, Skulptur und Objekt in mannigfacher Variation sowohl aus, als auch zur Diskussion. Denn was der 51-Jährige mit dem Pinsel malt, mit dem Stichel ins Holz gräbt oder mit dem Laser aus Stahl schneidet, ist keine nach traditioneller chinesischer Art mit Lack überzogene Dekoration.

 

Ren Rongs Kunst spielt mit dem Doppeldeutigen, hinterfragt mit einem Augenzwinkern. So weiß man nicht, wo seine Zwitterwesen aus Männchen und Weibchen anfangen oder aufhören, mal mimosen-, mal narzissenhaft als Mensch um dessen Daseinsberechtigung kämpfen. Oder ob sie als simples Pflänzchen nicht doch lieber gleich in die Bedeutungslosigkeit wuchern. Kommt ein Lachen oder ein Schrei aus den offenen Mündern? Und warum

 

Die Vernissage am Sonntag, 27. November, beginnt um 15 Uhr. Zu sehen ist die Ausstellung in der Wiedenbrücker Galerie Hoffmann, Lange Straße 50, bis zum 31. Dezember, dienstags bis samstags von 14.30 bis 18 Uhr.

wachsen Blümchen ausgerechnet dort, wo der Verstand sitzen sollte?

 

Selten zuvor ist der entwurzelte Mensch ironischer dargestellt worden. Ein mäanderndes Flora-Relikt in der Globalierungs-Suppe.

 

Damit nicht genug, nimmt sich Ren Rong auch der Mächtigen dieser Welt an. Als Vehikel für die Abrechnung mit hinlänglich bekannten Platitüden und hohlen Phrasen bedient er sich des großen Vorsitzenden der kommunistischen Partei: Mao. Ob die chinesische Ikone schwimmt, im gut bestellten Feld strahlt, sich vor dem Staatspalast in Allmachtsstellung postiert oder sich plakativ unters Volk mischt – die Art, wie Ren Rong ihn malerisch mit seinen Pflanzenmenschen umgibt oder mit Rosen ummantelt, führt jede Propaganda-Absicht ad absurdum. China süß-sauer oder: Nicht jeder, der die Zähne zeigt, lächelt.

Zweifellos ist Ren Rong ein kritischer Grenzgänger zwischen den Welten, einer der mit wachen Augen und Distanz den Dingen auf den Grund geht. Da macht seine Ironie mitunter bitter.

 

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Sa

26

Nov

2011

Zuschlag für Entwurf des Richard Wagner Denkmals von Stephan Balkenhol

Stephan Balkenhol gestaltet zukünftiges Wagner-Denkmal in Leipzig

 

Feierliche Einweihung am 200. Wagner-Geburtstag im Mai 2013

Leipzig, 15.06.2011

 

Zeichnung des Entwurfes für das Richard Wagner Denkmal von Stephan Balkenhol, Foto: Stadt Leipzig

 

Das Ergebnis des vom Wagner Denkmal e.V. ausgelobten Preisgerichtes für ein Denkmal des in Leipzig geborenen Richard Wagner steht fest.

 

Die Jury hat mehrheitlich für den Entwurf von Stephan Balkenhol gestimmt. Der Entwurf überzeugte durch seine Vielschichtigkeit. Auf dem Sockel von Max Klinger steht die Figur Richard Wagners vor einer übergroßen Schattensilhouette. Diese erinnert an den Entwurf von Max Klinger als auch an die unterschiedliche Wahrnehmung Richard Wagners.

 

Richtung Innenstadt begegnet der Betrachter auf dem Treppenabsatz dem jungen Wagner. Auf dem Rückweg von der Innenstadt zum Ring wird man mit einer ca. 4 Meter hohen Silhouette konfrontiert und begegnet somit auf der Mitte der Treppe dem jungen Wagner auf Augenhöhe.

 

Balkenhol hat seinen Entwurf als Bronzefigur geplant. Das Modell als Grundlage für den Bronzeguss ist eine Holzplastik, mit der für Stephan Balkenhol charakteristische aufgerissenen Oberfläche. Der junge Wagner ist in Bronze gegossen und farbig gefasst, der Schatten aus Bronze mit dunkler Patina überzogen. Die Plastik des jungen Wagner soll lebensgroß sein. Der Schatten, der einen Entwurf Klingers aufgreift, misst cirka 4 Meter.

 

Die feierliche Einweihung findet am 200. Wagner-Geburtstag am 22. Mai 2013 statt. Stephan Balkenhol ist seit 1992 Professor an der Akademie der bildenden Künste in Karlsruhe. Er lebt und arbeitet in Karlsruhe und Meisenthal/Elsass und Berlin.

  

Foto: Stadt Leipzig

 

Aus: www.lepzig-info.de

 

 

 

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Mi

23

Nov

2011

Auktionsvorbericht Villa Grisebach

Auktionsvorbericht Villa Grisebach

 

 

Kunst des 19ten, 20ten und 21ten Jahrhunderts: so umfangreich, wie noch nie, zum Jubiläum der Villa Grisebach in Berlin

 

Die verführerische Erdbeere

 

So ansehnlich ist das 19te Jahrhundert in diesem Herbst bei der Villa Grisebach geraten, dass sich das Auktionshaus für diese Rubrik einen eigenen Katalog gönnt. Damit hebt der Berliner Versteigerer seinen Anspruch, in Zukunft auch auf diesem Terrain ein wichtiges Wörtchen mitzureden. Als geschäftsführender Gesellschafter hat man für den Ausbau dieses Bereichs immerhin Florian Illies gewinnen können. Nun legt er zum 25jährigen Firmenjubiläum erstmals mehr als achtzig Werke der Neueren Meister vor, von einer frühen ruhigen Landschaftsskizze John Constables aus den 1800er Jahren für 40.000 bis 60.000 Euro bis hin zu dem mondänen "Portrait de Madge Fursman" von 1894. Hierbei handelt es sich um eine frühe Tuschfederzeichnung Louis Soutters, jenes Schweizer Künstlers, der sich später völlig von dieser Art gefälliger - und im Übrigen technisch ausgezeichneter - Salonkunst abwandte und mit furchterregenden Fingermalereien zu einem der Gründungsväter der Art Brut wurde. 5.000 bis 7.000 Euro sind für das Blatt veranschlagt. Als Hauptlos ist mit 140.000 bis 160.000 Euro Adolph von Menzels kleines, etwas schwammiges Gemälde "Zwei friderizianische Offiziere im Gespräch" von 1853 ausgezeichnet - allerdings ein recht hoher Preis für ein Bild, das eigentlich nur skizzenhaften Charakter trägt.

 

19tes Jahrhundert

 

Einige der schönsten Stücke kommen am 23. November aus der deutschen Romantik wie Carl Gustav Carus' "Aussicht", die ein junger Mann 1818 von der gotischen Fensternische der ruinösen Burg Tharandt aus über das Erzgebirge genießt (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR), oder der stille "Blick über abendliche Felder auf ein Gehöft" desselben Künstlers wohl aus dem Jahr 1819 (Taxe 60.000 bis 70.000 EUR). Derselben Dresdner Schule um Caspar David Friedrich gehört zudem das kleine Ölbild auf Büttenpapier an, das einen Herrn im Vordergrund bei der Betrachtung eines Sonnenuntergangs zeigt (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR). Nach München verweist eine sommerliche "Bayerische Voralpenlandschaft" von Johann Georg von Dillis um 1830, günstig mit 9.000 bis 12.000 Euro angesetzt. Für die zahlreiche Deutschrömerschaft stehen Friedrich Nerlys seit hundertsiebzig Jahren in Familienbesitz befindliches Panorama über das pastoral anmutende Forum Romanum von 1830 (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR), Wilhelm Brückes Rückbesinnung auf seine italienischen Jahre in Form eines Torausblicks wohl in Amalfi um 1851/57 (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR) und ein nicht einmal zehn Zentimeter breites Bildchen Carl Blechens mit einer "Ansicht von Terracina" um 1829/35 für dennoch recht stattliche 20.000 bis 25.000 Euro.

 

Noch weiter in den Süden, nach Syrakus auf Sizilien, richtet sich das Interesse von Carl Rottmann. Als vierte und bislang unbekannte Version konnte Grisebach sein kleines Ölgemälde vom "Grab des Archimedes" auffinden. Die Rottmann-Expertin Erika Rödiger-Diruf geht davon aus, dass es sich dabei um die erste Ausarbeitung des Themas von etwa 1830/32 handelt (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR). Auf Interesse aus der norddeutschen Sammler- und Museumsszene dürfte ein weites Landschaftspanorama des aus Kassel stammenden Adolf Carl stoßen, das ganz im Hintergrund die Türme der Hansestadt Hamburg zeigt. Bei den Hügeln im Vordergrund dürfte es sich demnach um die letzten Ausläufer der Lüneburger Heide handeln (Taxe 22.000 bis 26.000 EUR). Hervorragendstes Portrait ist das Familienbildnis des Hallenser Bürgermeisters Carl August Wilhelm Bertram, eine feine und anmutige Biedermeiermalerei, die neuerdings Adolf Senff zugeschrieben wird (Taxe 25.000 bis 30.000 EUR). Von Franz Ludwig Catel könnte ein Selbstbildnis stammen, auf dem sich der Maler um 1810 nach alter niederländischer Manier in einer Nische mit Blumenvase und ausladender grüner Draperie darstellt (Taxe 14.000 bis 18.000 EUR).

 

Das fortgeschrittene 19te Jahrhundert präsentiert vor allem Meisterliches aus dem Realismus wie Honoré Daumiers Kreidezeichnung "Mère et enfant" für 60.000 bis 80.000 Euro oder mehrere Menzel-Studien für bis zu 30.000 Euro. Der spätere Expressionist Christian Rohlfs ist mit der kleinen Ölstudie "Breitenbach", nahe Kassel gelegen, von 1886 vertreten (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR). Impressionistisch bleibt es mit Camille Pissarros kleiner, aquarellierter Federzeichnung einer sich bückenden Bäuerin auf dem Feld (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR) oder in deutscher Variante mit Gotthardt Kuehls von Sonnenlicht durchflutetem Interieur "Grüne Truhe (mein Vorzimmer)" um 1898 (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR). Für die Skulptur steht Reinhold Begas' hübscher Carraramarmor "Pan als Lehrer des Flötenspiels", 1868 auf Basis eines zehn Jahre älteren Tonmodells entstanden, für 70.000 bis 90.000 Euro.

 

Klassische Moderne

 

Die Versteigerung "Klassische Moderne" am 25. November ist vor allem für Sammler interessant, die sich die teuren Stücke der "Ausgewählten Werke" von Grisebach einen Tag zuvor nicht leisten können oder ein wenig abseits der Piste nach Schätzen suchen. Hier findet man auch mal ein Gemälde Maurice Denis', "Intimité près de la fenêtre" von 1903 auf der Schwelle zwischen Impressionismus und fauvistischer Farbigkeit (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR). Aus kleinsten Farbtupfern zauberte drei Jahre später Arthur Segal einen "Blick aus dem Fenster" auf eine vielleicht etwas triste Stadtlandschaft (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). Später neigte Segal zur Aufspaltung seiner Sujets, ähnlich dem Stil Lyonel Feiningers, aber nach strengeren Regeln durchgeführt. Eines dieser Werke ist seine "Straße mit Kirchturm" um 1924, in mehrere Felder unterteilt, als sei die Pappe drei- oder viermal gefaltet worden (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR). August Macke, der schon die "Ausgewählten Werke" so reich bestückt, ist hier zusätzlich mit einer in Öl gemalten "Obsternte" von 1913 zugegen, die in ihrer Zusammensetzung aus schraffierten Farbfeldern an Paul Cézanne erinnert (Taxe 80.000 bis 120.000 EUR).

 

Die große Kontinuität im Werk Hans Purrmanns demonstriert eine 1919 aufgenommene "Badeszene am Bodensee": Das Gemälde trägt trotz einer gewissen expressiven Konturierung bereits alle Merkmale der späten Arbeiten des Meisters, insbesondere was den dünnen Farbauftrag betrifft (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR). Aus dem Geist der deutschen Romantik speist sich Emil Orliks breites Gebirgspanorama "Sonnenaufgang vom Wendelstein" aus dem Jahr 1917 (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR). Auch die bekannten Größen des deutschen Expressionismus sind mit Arbeiten, vor allem Aquarellen, aus der zweiten Reihe zugegen, Erich Heckel etwa mit einer zackigen "Küstenlandschaft" von 1937 in schwefeligen Farben (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR), Karl Schmidt-Rottluff mit dem Blatt "Am Torre di Nerone nachts", das wohl 1930 während seines Stipendium in der Villa Massimo in Rom entstand (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR), Otto Mueller mit den gelben "Zwei stehenden weiblichen Akten" vor undefiniertem Hintergrund um 1923 (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR) oder Marianne von Werefkin mit einer im "Klostergraten" wandelnden Nonne um 1926 (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR).

 

Bereits in die Neue Sachlichkeit reichen Willy Jaeckels lebensgroßer "Liegender weiblicher Akt" um 1924/25 (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR), Rudolf Dischingers distanziertes "Stillleben mit Krug" und anderen Gegenständen vor graublauem Fond von 1937 (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR) und Franz Lenks statisches Profil-"Bildnis Frau Preuß" mit extrem langgliedrigen Fingern von 1929 (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR). Eine ganz eigene, traumhaft-surreale Bildsprache pflegt Anita Rée 1922/25 in ihrer Darstellung "Weiße Bäume", die eine merkwürdig amorphe Häusergruppe aus einem südlichen Land bedrohlich umzingeln (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR). Im Titel etwas manieriert, in der Darstellung aber höchst originell und an den aktuellen Strömungen in Paris orientiert ist Friedrich Ahlers-Hestermanns "Reise durch Frankreich (Reise durch Barock und Gotik)" von 1931 mit einer pompösen Gartenvase vor der Silhouette der Kathedrale von Amiens (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR).

 

Aus dem gleichen Jahr stammt Oskar Molls kubistisch inspiriertes "Stillleben mit Orangen" und der Palette des Malers links im Vordergrund (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR). In Sascha Wiederholds Ölgemälde "St. Pauli Landungsbrücken" von 1925 haben sich die Formen der Schiffe und der Menschen zu geometrischen Gebilden verfestigt und deuten allein in der Größenstaffelung noch eine Perspektive an (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). Paul Fuhrmanns aus zackigen Farbfeldern komponierter "Schrei" von 1922 (8.000 bis 12.000 EUR), die zu geometrischen Farbfeldern zerlegte Landschaft von Thilo Maatsch aus dem Jahr 1931 (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR), Rudolf Jahns' in ein Gewirr aus Formen und Linien zerlegte "Frauen am Strand" von 1928 (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR) und eine strenge "Composition" Hannah Höchs von 1922 im Stil des Orphismus eines Robert Delaunay stehen für die mehr oder weniger weit fortgeschrittene Abstraktion (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR).

 

Auch unter den Papierarbeiten gibt es ausgezeichnete Stücke: von Conrad Felixmüller etwa die eindrückliche Lithografie eines "Kohlenbergarbeiters" von 1920 (Taxe 20.000 bis 25.000 EUR) oder die schroffe Tuschfederzeichnung "Zeche am Mittag" von 1921 für 45.000 bis 55.000 Euro sowie von Otto Meyer-Amden die poetische Bleistiftzeichnung "Zwei Jünglingsakte in Amdener Landschaft" von circa 1915 (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR). Auch Pablo Picasso steuert ansprechende Blätter bei, darunter die Lithografien "Tête de jeune fille" von 1947 in kompakten, kräftigen Formen (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR) oder die etwas filigraner gestalteten "Les jeux et la lecture" von 1953 (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). Mit Max Ernsts Collage "Jeune fille changée en locomotive", eine blühende alte Lokomotive, von 1970 für 35.000 bis 45.000 Euro ist dann schon die

 

Zeitgenössische Kunst

 

erreicht. Die hat Grisebach wiederum in einer eigenen Auktion mit eigenem Katalog zusammengefasst. Auf dem Titel wird man von einer jungen Frau begrüßt, die lasziv und mit verführerischem Schlafzimmerblick eine Erdbeere zerbeißt. Die Tempera stammt von Eberhard Havekost, heißt sinnig "Beauty", wurde 1997 gemalt und soll 20.000 bis 30.000 Euro kosten. Los geht es klassisch mit Fritz Winters "Geordnetem Garten" von 1958 oder Emil Schumachers informellem "Action Barbare" aus dem Jahr 1955 für jeweils 50.000 bis 70.000 Euro. Die gestische Kunst der Nachkriegsepoche führen Winfred Gauls dichtes, steinartiges Ölgemälde "O.T. (Kl. Palimpset)" von 1955 (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR), Karl Otto Götz' gleichartige, dabei aber schwungvolle Leinwand "Ohne Titel. 28.11.1955" (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR), Peter Brünings aufgelockerte "Komposition 21 / 63" mit dominierendem Rot von 1963 und auf französischer Seite André Lanskoys durcheinander gewirbelte Farben in "Le glaive du juste" von 1963 fort (Taxen je 25.000 bis 35.000 EUR).

 

Für 30.000 bis 40.000 Euro ist vielleicht Bernard Buffets gewohnt triste Herbststimmung "Le Quesnoy (Nord), un coin des Remparts (Automne)" von 1976 zu haben. Van Ham hat es vor zweieinhalb Jahren noch für 50.000 bis 60.000 Euro angeboten. Als Klassiker der ZERO-Kunst stehen Otto Pienes wunderbare Brand- und Silbermalerei "Sylvester" von 1972 jahreszeitlich passend für 30.000 bis 40.000 Euro und Günther Ueckers "David's Schild, David's Star", ein gelber, mit Nägeln bewehrter Judenstern von 1995, für 40.000 bis 60.000 Euro zur Verfügung. Der hagiografischen Geschichte um "Franz von Assisi", der den Vögeln predigt und die wilden Tiere besänftigt, nahm sich Horst Antes 1966/67 an: Auch der mönchische Heilige ist bei ihm als Kopffüßler gebildet (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR).

 

Die Reihe deutscher Großmeister der etwas fortgeschrittenen Jahrgänge setzt sich mit Markus Lüpertz' bemalter Bronze "Herkules" auf hohem Sockel von 2003 (Taxe 35.000 bis 45.000 EUR), einem kleinen abstrakten Ölabklatsch Gerhard Richters auf Papier von 1988 (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR), Walter Stöhrers wildem Farb- und Textgemisch "Nichts als Ketchup und Windhunde" von 1976 (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR), mit Marwans fast zwei Meter breiter, zerfließender "Gesichtslandschaft" von 1973 (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR) und einer werbetauglichen Farbzeichnung Martin Kippenbergers aus den frühen 1970er Jahren fort, die eine erotische Szene weit erhöht über den Bergen einer Fantasiewelt zeigt (Taxe 25.000 bis 30.000 EUR). Wer es etwas ausgefallener mag, findet vielleicht bei Ulrich Knispels "Montage" von 1978 das Richtige: ein quadratisches Gemälde mit einem Sammelsurium an unterschiedlichsten Maschinen, von denen die meisten in der Wirklichkeit wahrscheinlich gar nicht funktionieren würden (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR).

 

 

Konsequent einer figurativen Malerei blieb auch Gustav Kluge treu, wobei sein Thema der Mensch in Extremsituationen ist. Das düstere Ölgemälde "Apollon und Adam Kadmon", eine Mischung aus antikem Mythos und jüdischer Kabbala von 1987, steht dafür (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR). Für viele ostdeutschen Künstler war der Bezug zur "conditio humana" ebenfalls bindend. Das machen Bernhard Heisig in seinem bühnenartigen Werk "Ohne Titel (Menschen am Fenster und ein blaues Schiff)" von 1992 (Taxe 18.000 bis 24.000 EUR), Werner Tübkes an die Kunst der Alten Meister angelehnte Kohlezeichnung eines männlichen Halbakts von 1970 (Taxe 3.500 bis 4.500 EUR) oder Michael Morgner etwas verborgener in den gekrümmten Angstfiguren auf seiner Arbeit "Nacht" von 1989 deutlich (Taxe 7.000 bis 9.000 EUR).

 

Auch die jüngeren Künstlergenerationen stellen das Menschliche oft in den Mittelpunkt. Die "Jungen Wilden" präsentieren sich farbenfroh mit Salomés rhythmisierten Schwimmern im "Waterlilipond" von 1987 (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR) und Rainer Fettings schemenhaften Gestalten im "Subway 23rd" von 2005 (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). Von beinahe kindlicher Arroganz zeugt Cornelia Schleimes "Junger Förster" von 1996 (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR). Leigh Bowery stilisiert sich selbst in einer Fotografie von 1988 als unerlöste Chimäre aus Mensch und Tier mit Pünktchenfell (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR). Norbert Bisky stellt den Kult nach ewiger Jugend in seinen teils martialischen Gemälden "Abwurf" von 2004 und "Häcksler" von 2005 heraus (Taxen zwischen 25.000 und 40.000 EUR). Stephan Balkenhol nimmt das Individuelle in seinen Skulpturen, wie der bemalten Bronze "Frau mit roter Hose" von 2005, weg und verwandelt den Menschen zum Typ (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). Die Figuren von Stella Hamberg sind ebenfalls Synonyme für teils offensichtliche, teils verborgene Regungen und Kräfte. Ihre schrundige männliche Gestalt "Birger" von 2005 steht im Altnordischen für "Helfer" oder "Beschützer" (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR). Und bei Jonas Burgert taucht 2009 in dem schönen neoexpressionistischen Bild ein "Kleiner Gegner" auf (Taxe 20.000 bis 25.000 EUR).

 

Teuerster Italiener der Auktion ist Piero Dorazio mit der Strichlandschaft auf rotem Grund "Vitacolor" von 1987 für 45.000 bis 60.000 Euro. Als einer der wichtigsten Künstler des 20sten Jahrhunderts in Südostasien gilt heute der Indonesier Affandi, der in den 1930er Jahre als Autodidakt begann und sich rasch aller künstlerischen und technischen Konventionen - unter anderem der des Malens mit dem Pinsel - entledigte. Mit einem "Selbstportrait mit Masken" aus dem Jahr 1968 versucht Grisebach, ihn auch in Deutschland heimisch zu machen - allerdings für sehr selbstbewusste 50.000 bis 70.000 Euro. Kim Tschang-Yeul war hierzulande dagegen schon des öfteren mit seinen täuschend echten Wassertropfenbildern zugegen. Für ein solches Ölbild von 1974 mit einer Unzahl der kleinen Perlen erwartet Grisebach 35.000 bis 45.000 Euro. Zu den ungewöhnlichsten Offerten gehören schließlich auch einige plastische Arbeiten, darunter Pol Burys kinetisches Objekt "48 cylindres sur un volume tronqué" mit sich drehenden Holzstücken von 1965 (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR) und Andreas Slominskis als solche benutzbare "Vogelfalle" aus Maschendraht von 1996 (Taxe 20.000 bis 25.000 EUR).

 

Die Auktionen starten am 23. November um 14:30 Uhr mit der Kunst des 19ten Jahrhunderts, am 25. November um 10 Uhr mit der Klassischen Moderne und um 14:30 Uhr mit der Kunst nach 1945. Die Vorbesichtigung ist noch am 22. November von 10 bis 17 Uhr möglich.

 

 

 

 

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Mi

23

Nov

2011

Horst Antes Ausstellung in Zuffenhausen

Nordrundschau vom 21.11.2011

 

Wer die Kunst von Horst Antes kennenlernen möchte, kann dies in der Volksbank Zuffenhausen tun. Von Gabriele Metsker

 

Die starken, klaren Farben der "Druckgrafiken aus vier Jahrzehnten" von Horst Antes lassen derzeit einen Hauch der Atmosphäre der 1960er und 70er Jahre durch die Schalterhalle und den Flur der Volksbank Zuffenhausen an der Unterländer Straße wehen. Antes gehört zu den Großen der Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts. Der Schüler von HAP Grieshaber hat in den 1960er Jahren die so genannte Kunstrichtung der "Neuen Figuration" mit begründet und im Laufe der Jahre viele Preise und Auszeichnungen erhalten. In der Ausstellung sind Arbeiten aus vier Jahrzehnten zu sehen. Da seine Blätter fast nie datiert sind, lässt sich eine Entwicklung aber nur bedingt ablesen. Dass die Auswahl der über dreißig, zum größten Teil käuflichen Exponate zweifellos sachkundig und repräsentativ erfolgt ist, dafür spricht, dass der Galerist Bernd Lutze die Exponate ausgewählt und zur Verfügung gestellt hat. Lutze war von 1967 bis 1976 Mitarbeiter von Antes und hat bei der Vernissage am Freitag die Einführungsrede gehalten. Die Kopffüßler, die lange Zeit Antes" einziges Motiv waren, gehen zurück auf die Katchina-Puppen der Puebloindianer. Er setzt sie zum ersten Mal 1962 ein. Sie besitzen keinen Hals - ein Rumpf ist kaum erkennbar. Kopf und Füße scheinen fast unmittelbar ineinander überzugehen. Beinahe immer werden die Kopffüßler im Profil dargestellt. Antes verwendet in vielen der gezeigten Arbeiten weitere Elemente, die immer wieder auftauchen: die Schlange, die Treppe, die Leiter, das gebogene Rohr, den weißen Reifen und die Feder. Immer wieder anders fügt der Künstler diese Symbole zu neuen Kompositionen zusammen zu einem rätselhaften Gefüge, dass sich einer Deutung durch den Betrachter hermetisch verschließt. Ein Blick in eine andere, stille und geheimnisvolle Welt. In der Schalterhalle empfängt ein großes Querformat die Ausstellungsbesucher gegenüber vom Eingang und stellt ihnen diese wesentlichen Elemente von Antes" Kompositionen vor. Die eigentümlich entrückte Atmosphäre seiner Blätter ist hier deutlich zu spüren. Rechts vom Eingang ist die "Figur mit erhobenen Armen" platziert. Diese Lithographie hat mehr malerischen Charakter. Eine wichtige Rolle spielen hier die Hände, die als gezackte Linie in die Höhe weisen. Die Arme sind im Verhältnis zum übrigen Körper viel zu groß und rücken dadurch die Geste in den Vordergrund. Im ersten Stock finden sich Blätter, die ein teilweise anderes Repertoire von Elementen vorstellen: Beim "Paar (Interieur)" entspricht der blau kolorierte Mann dem Vokabular des Kopffüßlers im Profil. Die Frau ist hingegen in Frontalansicht wiedergegeben und leuchtet in warmen Rot- und Gelbtönen. Die Welten der beiden sind durch einen schwarzen Balken voneinander getrennt. Eine Verbindung besteht dennoch durch die kräftige rote Fläche, die Assoziationen zu Themen wie Liebe und Erotik weckt. Erotische Anspielungen finden sich auch auf den Blättern im ersten Stock; gestreifte Kegelformen verweisen auf das Erscheinungsbild weiblicher Brüste, und bei Figurengruppen, deren Gliedmaßen nicht immer ohne Weiteres einer Figur zweifelsfrei zuordenbar sind, definieren kleine, deutliche Striche eindeutig den Unterleib einer Frau. Im ersten Stock sind auch Drucke zu finden, die wie lavierte Tuschezeichnungen wirken. Distanz und Entrücktheit sprechen auch aus den Beispielen von Antes" späteren Schaffensjahren. Beispiele hierfür sind die "Darstellung" sowie "Das große Dorf", ein großformatiges Bild, das auf nachtblauem Grund eine Anordnung kleiner, fensterloser Häuser mit blauen Dächern zeigt.

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Mo

21

Nov

2011

Cologne Fine Art-Preis an Günther Uecker

Quelle: "Kölnische Rundschau" vom 21.11.2011

Von Hartmut Wilmes, 16.11.11, 11:45h

 

Die Kunstmesse verlieh ihren Preis an Günther Uecker


KÖLN. Günther Uecker macht Nägel mit Köpfen. Keine Retrospektive, sondern ein großes, starkes Werk stellt der Träger des Cologne Fine Art-Preises in Halle 11.2 aus: "Both - Hommage an Roman Opalka" von 2011. Zwei Nagelkreise mit deutlichem Kraftzentrum strudeln ineinander, verschränken sich zum Symbol der Unendlichkeit.

Klaus Gerrit Friese, Vorsitzender des Bundesverbands Deutscher Galerien und Editionen e.V. (BVDG), sieht in dieser Hommage einen Glücksfall: "Wir ehren einen Künstler, der wiederum einen Kollegen ehrt." Den polnischen Konzeptkünstler, der am 6. August dieses Jahres mit 89 Jahren starb, hatte der Mecklenburger Kollege Uecker (81) stets sehr geschätzt.

Der BVDG verleiht die mit 10 000 Euro dotierte Auszeichnung gemeinsam mit der durch Geschäftsführer Gerald Böse vertretenen Kölnmesse. Uecker wird für sein vielfältiges Werk geehrt, "in dessen Zentrum der Kosmos des Objekts Nagel steht, dem er eine ungeheure eigene Kunst-Welt eröffnet hat". Seit 1956 macht Uecker mit jenen Reliefs Furore, die ihre Dynamik der Ausrichtung der Nägel und dem subtilen Spiel von Licht und Schatten verdanken. Dabei ist er keineswegs unpolitisch, reflektierte etwa die Tschernobyl-Katastrophe in seinen "Aschebildern".

Dass eine Messe neben dem Preis für Kunstvermittlung auch eine Auszeichnung für Künstler auslobt, sei "einzigartig in Deutschland", rühmt Friese. Wobei sich das Renommee des Cologne Fine Art-Preises weniger der Dotierung als der Qualität der bisher Prämierten (u.a. Dieter Roth, Sigmar Polke oder Georg Baselitz) verdankt. Und Friese zitierte bei der Verleihung den ersten Preisträger Felix Droese: "Wir müssen uns stets vergewissern, dass Günther Uecker ein Avantgardist ist und immer bleiben wird." Der so Gerühmte sagte: "Ich freue mich über Ihre Wertschätzung und Zuneigung" und stiftete das Preisgeld dem Kölner Roma-Schulprojekt Amaro Kher (übersetzt: "Unser Haus"). Seit dem Sommer 2004 können mehr als 20 Kinder im Alter von sechs bis 17 Jahren in der von Rom e.V. initiierten Einrichtung neben Lesen, Schreiben und Rechnen auch lernen, dass regelmäßiger Schulbesuch Freude macht.

Bedauerlicherweise sei eine ähnliche Einrichtung im ungarischen Pecs durch den politischen Rechtsruck in ihrer Förderung gefährdet. "Kann Kunst etwas bewirken?" fragte der Nagel-Virtuose rhetorisch - und antwortete im Sinn von Mahatma Gandhi: "Sie kann Aufmerksamkeit für Minderheiten-Angehörige wecken, damit sie nicht in ihrer Isolation verharren."

Isoliert blieb Uecker nach dem Festakt keineswegs. Zunächst schob Iwona Malewicz, umtriebige Großnichte des russischen Künstlers Kasimir Malewitsch, ihren Privatpreis (weiße Rose im schwarzen Quadrat) nach, dann wurde der doppelt Geehrte von Autogrammjägern umlagert.

Günter Uecker hier im Shop ansehen

Sa

19

Nov

2011

Heinz Mack-Ausstellung in Lüdenscheid

Lüdenscheid. Vor wenigen Jahren ehrte das Museum für Islamische Kunst im Berliner Pergamonmuseum den Bildhauer und Maler Heinz Mack mit einer großen Ausstellung, die 120 000 Besucher anzog. In Lüdenscheid nimmt die Galerie Udo Schmidt den 80. Geburtstag des aus dem hessischen Lollar stammenden Künstlers jetzt zum Anlass, Mack eine Ausstellung zu widmen.

 

Am Freitag, 25. November, lädt die Galerie zur Eröffnung. Grafiken, Skulpturen und Unikate Macks sind zu sehen. Beginn der Vernissage ist um 18 Uhr.

 

Eine Einführung ins Werk des international renommierten Künstlers gibt der Kunstkritiker und Publizist Stefan Skowron, der bereits über den Maler und Bildhauer geschrieben hat. Bekannt wurde Mack, der 1957 gemeinsam mit Otto Piene die ZERO-Bewegung ins Leben rief, durch monumentale Arbeiten für den Außenraum, Lichtstelen, Lichtrotoren, Lichtreliefs und Lichtkuben.

 

Vernissage findet ohne Künstler statt

 

"Meine Arbeiten sind nur lebendig, wenn sie 'ihr' Licht, das 'richtige' Licht haben. Denn sie sind Gegenstände des Lichts, Instrumente des Lichts und ein Ausdruck seiner Energie", sagt Mack selbst. Ohne Licht sei jede Skulptur nur totes Material.

 

Grafik versteht der Künstler, der mehrfach an der Documenta teilnahm und Deutschland 1970 auf der Biennale in Venedig vertrat, als "Sprache ohne Worte, eine vollkommene poetische Sprache, mit eigener Syntax, Metrik, Sprachmelodie, mit eigenem Rhythmus." Seiner Ansicht nach sind Grafiken ein hoch sensibles Nervensystem.

 

Mehrfach unternahm Heinz Mack, der bei der Vernissage nicht dabei sein wird, größere Arbeitsexpeditionen in die Algerische Wüste und in die Arktis. Zu den zahlreichen Auszeichnungen, die er erhielt, gehören der 1. Preis des internationalen Wettbewerbs "Licht 79" der Niederlande und der Große Kulturpreis des Rheinischen Sparkassen-Verbandes. 2004 erhielt der Künstler als Anerkennung für sein Werk und sein Wirken als Botschafter der Kulturen das Große Bundesverdienstkreuz.

 

Dem Betrachter stellt sich Macks Gesamtwerk sehr vielseitig und abwechslungsreich dar. Neben Skulpturen aus verschiedenen Materialien haben Malerei, Zeichnungen, Tuschen, Pastelle, Druckgrafiken und bibliophile Werke, gegenstandslose Fotografie mit schwarz-weißen Handabzügen und Farbfotografie im Oeuvre des in Mönchengladbach und auf Ibiza lebenden Künstlers ihren festen Platz. In rund 300 Einzelausstellungen wurden seine Arbeiten bislang gezeigt. Zwei Filme und zahlreiche Bücher/Kataloge dokumentieren sein Schaffen. Die Ausstellung in der Galerie Udo Schmidt ist bis 17. Dezember zu sehen.

 

Monika Salzmann

Mi

16

Nov

2011

Ausstellung Heinz Mack "Vollkommende Poesie der Grafik"

Vor wenigen Jahren ehrte das Museum für Islamische Kunst im Berliner Pergamonmuseum den Bildhauer und Maler Heinz Mack mit einer großen Ausstellung, die 120 000 Besucher anzog. In Lüdenscheid nimmt die Galerie Udo Schmidt den 80. Geburtstag des aus dem hessischen Lollar stammenden Künstlers jetzt zum Anlass, Mack eine Ausstellung zu widmen.

Sa

12

Nov

2011

Günther Förg "Bilder, Wandmalerei und Fotografie" in der Galerie Hetzler, Berlin

Aus Art-In.DE

 

Galerie Max Hetzler - Berlin: Günther Förg (12.11.11 - 28.1.12)

 

 

 

 

Günther Förg

Bilder, Wandmalerei und Fotografie 1987-2011

 

Galerie Max Hetzler zeigt eine Einzelausstellung von Günther Förg mit ausgewählten Werken aus den Jahren 1987-2011. Präsentiert werden Farbfotografien aus der Reihe der rationalistischen Architektur "Città Universitaria, Rom", 1990 auf einer eigens für die Ausstellung vom Künstler entworfenen Wandmalerei, die schwarz-weiß-Fotografie "Ika" von 1987, sowie Gemälde aus den 90er und 00er Jahren.

 

Lange bevor Begriffe wie Installation und Ortsbezogenheit im Kunstdiskurs an Bedeutung gewannen, entwickelte Förg seine multidisziplinäre Arbeitsweise. Seit Mitte der 70er Jahre hat Günther Förg ein umfangreiches Werk geschaffen, zu dem abstrakte und monochrome Gemälde zählen, die sich wesentlich von der damals in Deutschland dominierenden figurativen Malerei absetzen. Wandmalerei, Bronzeskulptur, großformatige Fotografien sowie Zeichnungen und Grafiken zeugen von einer differenzierten Herangehensweise. Eine frühe Serie grauer Bilder inspirierte Förg in den 80er Jahren zur Verwendung von Blei und Aluminium als Oberflächenmaterial von Gemälden. In seinem fotografischen Werk bevorzugt Förg das Großformat für seine Porträt- und Architekturaufnahmen. Insbesondere widmet er sich Bauten des italienischen Rationalismus und ikonischer Architektur der Moderne des 20. Jahrhunderts. Förg unternahm zahlreiche Reisen nach Spanien, Israel, Österreich, Russland, Frankreich, der Türkei und Italien, sowie Deutschland. Die Fotografien werden mit schweren Rahmen versehen präsentiert, das nicht entspiegelte Glas reflektiert und absorbiert gleichzeitig Raum und Betrachter. Größe und Format verweisen dabei auf Förgs Vorliebe für Fenster, ein oft wiederkehrendes Motiv in seinem Gesamtwerk.

 

In seiner Malerei trägt Günther Förg die Farbe meist dünn, rasch und flächig auf. Eine gewisse Ungenauigkeit der Grenzen zwischen den Farbverläufen ist dabei gewollt. In den letzten Jahren überraschte Förg mit deutlich helleren und gestischeren Gemälden. Intuitive Verwendung von Farbe, sowie ein satter und üppiger Farbstrich verleihen den Bildern eine außergewöhnliche Kraft und Schönheit.

 

Begleitend zur Ausstellung erscheint ein illustrierter Katalog bei Holzwarth Publications mit einem Textbeitrag von Bernd Reiß.

 

Galerie Max Hetzler

Oudenarder Strasse 16-20

13347 Berlin

 

Tel +49.30.459 7742-0

maxhetzler.com

Öffnungszeiten Di - Sa 11 - 18 Uhr

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Sa

10

Sep

2011

Elvira Bach "Von Mir aus", Haus am Lützowplatz vom 10.9.-6.11.2011

Aus: KUNSTFORUM

Band 212, 2011, Ausstellungen: Berlin, S. 276

 

 

Michael Nungesser

 

Elvira Bach

 

»Von mir aus«

 

Haus am Lützowplatz, Berlin, 10.9. - 6.11.2011

 

ELVIRA BACH, Arbeiten auf Papier, je 104 x 78 oder 140 x 100 cm (Studiogalerie). Foto: Bernd Sinterhauf

 

ELVIRA BACH, Selbst, 2011, Kunstharz auf Leinwand, 80 x 60 cm; Helena, 2008, Bronze; Kreuzweg II, 1989, Acryl auf Leinwand, 230 x 380 cm; Gärtnerin aus Liebe, 2010, Acryl auf Leinwand, 230 x 100 cm (von links nach rechts)Foto: Jochen Littkemann

 

ELVIRA BACH, Arbeiten auf Papier, je 104 x 78 oder 140 x 100 cm (Studiogalerie).Foto: Bernd Sinterhauf

 

ELVIRA BACH, Selbstporträt, 2010, Acryl auf Papier, 78 x 104 cm. Foto: Bernd Sinterhauf

 

Ihre Werke galten als kräftige Kost zur Stillung des "Hungers nach Bildern" (Wolfgang Max Faust). Als "Junge Wilde" gefeiert, von Teilen der Kritik anfangs heftigst geschmäht, rollte in den 1980er Jahren eine neoexpressionistische Welle über den Kunstmarkt, fand ein weltweites Echo und hinterließ tiefe Spuren in der Kunstlandschaft. Zu den wenigen Künstlern von damals, in deren Bildern der ungestüme und leidenschaftliche Pinselgestus nichts an Unmittelbarkeit verloren hat, gehört die wohl einzige international bekannte Malerin dieser Bewegung, Elvira Bach aus Berlin. Zu ihrem Sechzigsten richtet ihr das Haus am Lützowplatz, das sie schon 1999 und 2006 einzeln vorstellte, nun eine Geburtstagsschau aus. Sie vermittelt einen kleinen Einblick in das umfangreiche und konsequente Schaffen, das sich als ein nie versiegender Bilderstrom bis heute fortsetzt, ohne an Spannung und Lebendigkeit zu verlieren. Während im Hauptraum auf teils in satte Farben getauchten Wänden ihre Gemälde zu sehen sind (ergänzt um Ton- und Bronzeplastiken), befinden sich in der Studiogalerie dicht gehängt zahlreiche Arbeiten auf Papier.

 

Elvira Bach ist Berlin, das sie als ihre "fünfte Jahreszeit" bezeichnet, eng verbunden. Doch geboren wurde sie 1951 in Neuenhain im Taunus, besuchte anfangs eine Glasfachschule, bevor sie ab 1972 bei Hann Trier an der Hochschule der Künste im damaligen West-Berlin Malerei studierte. Sie arbeitete an der legendären Schaubühne am Halleschen Ufer als Requisiteurin, Foyerdame und Souffleuse, bevor sie 1981 mit der Ausstellung "Bildwechsel" und im folgenden Jahr durch ihre Teilnahme an der "documenta" in Kassel Aufmerksamkeit erregte. Unabhängig von Gruppenzusammenhängen wurde sie als außergewöhnliche Künstlerin anerkannt, die unaufgeregt und allein mit ästhetischen Mitteln, in kräftigen Konturen und Farben, konzentriert auf wenige Bildgegenstände, ihr Frau-Sein und die Behauptung des Weiblichen in einer von Männern dominierten Welt thematisierte.

 

"Immer ich" könnte als Motto die Bildwelt von Elvira Bach charakterisieren, wie es ähnlich auch für Frida Kahlo oder Maria Lassnig gilt. Doch im Gegensatz zu deren oft schmerzhaft-surrealer Verarbeitung innerer Konflikte und sozialer Pressionen, ist ihre Auseinandersetzung vitaler und erotischer ? selbstbewusst im Sinne des "Ich bin wie ich bin" aus der gemalten Spruchsammlung von Ben Vautier in ihrer Wohnung. Elvira Bach malt sich, meist bildfüllend, immer wieder: nicht als Bildnis, sondern als weiblichen Urtyp ? lustvoll und ironisch ? in verschiedenen mythologischen oder gesellschaftlichen Rollen, symbolisch ergänzt um feminine Accessoires und Tierbegleiter wie Schlangen oder Katzen. Hierin spiegeln sich ihre Lebenserfahrungen wider ? von der Kindheit ("groß geworden auf dem Land, friedlich und behütet") über den einflussreichen Studienaufenthalt in der Dominikanischen Republik bis hin zum Leben in Senegal an der Seite ihres schwarzafrikanischen Mannes und als Hausfrau und Mutter zweier heranwachsender Söhne.

 

Elviras Frauen sind meist nackt, weisen einen geschweiftem Haarschopf oder prächtigen Kopfschmuck auf und tragen hochhackige Schuhe, die mit den Füßen zu verschmelzen scheinen. In frühen Bildern wie "Badeanzüge" (1982) und "Nummer 257" (1984) sind die Formen noch kantig und spitz, abwehrend und kampfeslustig. Im "Kreuzweg II" (1989) in aschefarbenem Helldunkel Konflikte angedeutet, während "Senegal" (1990) das Erdhaft-Mütterliche hervorkehrt. Zuletzt mal sie sich nonchalant vor dunklem Hintergrund mit Kohlblättern vor der Brust als "Gärtnerin aus Liebe" und im "Selbst" (beide 2010) mit einem fächerförmigen Pinselstrauß als Zeichen ihres Metiers. Lässig und lebensbejahend, im Einklang mit sich selbst, hält sie in "Von mir aus" Weinglas und Pinsel ? die Insignien einer malenden Diva. Als Collage erscheinen darin ein verfremdetes Porträt des Namensvetters Johann Sebastian sowie die geliebten Blumen- und Streifenmuster, in denen sich Bodenständiges und Mondänes treffen ? die unverwechselbare Mischung, die Leben und Werk von Elvira Bach auszeichnet.

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Do

25

Nov

2010

Markus Lüpertz und die Ulmer Theateraufreger von 1983

Aus „Südwestpresse“ vom 25.11.2011

 

Markus Lüpertz und der Theateraufreger von 1983

 

28 Jahre ist es her, da schuf Markus Lüpertz das Bühnenbild für eine Inszenierung am Ulmer Theater: für Jules Massenets Oper "Werther". Freilich war Lüpertz Arbeit nie zu sehen. Was war geschehen?

 

Lüpertz, damals 41 und Professor an der Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe, hatte Kostüme und Dekorationen mit den drei "preußischen" Farben gestaltet: gelb, blau, weiß. Die Sänger protestierten gegen die Dominanz der Lüpertzschen Entwürfe. Wenige Tage vor der Premiere im März 1983 entschied Intendant Volkmar Clauß, auf Lüpertz Ausstattung zu verzichten: Dessen Bühnenbild wirke eindimensional, der Maler habe "keinen theatralischen Raum geschaffen, in dem Sänger als plastische Figuren in Erscheinung treten können".

 

Der Maler reagierte recht gelassen: "Ja, Jungs, wenn es euch nicht gefällt, dann lasst es halt weg." Regisseur Andreas Prohaska sah die Inszenierung allerdings nicht mehr als die seine an, sprach von einem "Torso" und distanzierte sich.

 

In einem Interview mit der "Abendzeitung" legte Lüpertz jedoch nach. "Wenn die Sänger wirklich gut gewesen wären, wenn sie um ihr Leben gesungen hätten, dann wären sie auch von meiner Kunst nicht verschluckt worden. Aber die waren schlecht, eitel und spießig." Ein Sänger habe eine Glastür zerdeppert, eine Sängerin gemault: "Herr Lüpertz, Sie machen mich zur hässlichsten Sängerin der Welt." Letztlich sei die Inszenierung "vielleicht auch am Geschmack des Intendanten" gescheitert. Der wehrte sich und sprach von einer "Missachtung des Menschen" im Aufführungskonzept. Freilich habe nicht Lüpertz versagt, sondern ein Versuch des Theater sei gescheitert.

 

Im Vorfeld der Ausstellung im Kunstverein entstand die Idee, die "Werther"-Entwürfe zu zeigen. Tatsächlich besitzt der Maler noch acht Bilder - "sehr restaurierungsbedürftig und mit 28 Jahren Atelierstaub drauf", wie Monika Machnicki vom Kunstverein erzählt. Leider fand sich in Ulm kein geeigneter Ort: Die Bilder wie "Straße" (6 mal 14 Meter) und "Klavier" (9 mal 10,5 Meter) sind einfach zu groß. "Man bräuchte auch einen Sehabstand von 20 Metern." So gibt es Lüpertz Ulmer-Theater-Bilder nur in Gestalt einiger von Machnicki aufgenommener Fotos.

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